Pferdeforschung und warum sie so kompliziert ist
- Pferklaert

- 29. Dez. 2025
- 8 Min. Lesezeit
In den sozialen Medien gibt es gerade zwei Extreme: Die einen sagen, es gebe für keinen einzigen Kraut- oder Pflanzenextrakt irgendeinen wissenschaftlichen Beleg beim Pferd und daher könne man auch nicht von einer Wirkung sprechen. Die anderen wiederum sagen, es gäbe viel mehr Forschung, als wir denken und verweisen auf Studien, unter anderen an anderen Tieren wie Ratten, Schafen, Rindern oder Menschen.
Beides klingt auf den ersten Blick überzeugend. Aber was machen wir jetzt damit?
Korrelation vs. Kausalität – ein wichtiger Unterschied
Bevor wir über Forschung sprechen, müssen wir zwei Begriffe klären: Korrelation bedeutet, dass zwei Dinge gleichzeitig auftreten. Kausalität bedeutet, dass das eine das andere verursacht.
Beispiel: Wenn ein Pferd weniger hustet, nachdem es ein bestimmtes Kraut bekommen hat, dann korreliert das erst einmal nur miteinander. Dass das Kraut wirklich der Grund dafür ist – das wäre kausal. Und genau das muss Forschung beweisen.
Doch genau das ist beim Pferd gar nicht so einfach herauszufinden. Anders als beispielsweise Labortiere wie Ratten können Pferde nicht unter völlig standardisierten Bedingungen gehalten werden. Sie sind soziale, empfindsame und sehr individuelle Lebewesen, deren Verhalten und Physiologie von unzähligen Faktoren geprägt werden: vom Herdengefüge, Wetter, Temperaturen, Stresslevel, Tagesform, bisherigen Erfahrungen, der vorherigen Fütterung, der Qualität und Zusammensetzung von Heu oder Weide, bis hin zu Bewegungsmöglichkeiten und bestehenden Vorerkrankungen und noch vieles mehr. Diese Einflüsse lassen sich im Studienalltag kaum vollständig kontrollieren und viele davon werden in Untersuchungen auch gar nicht erfasst. Genau das macht es so schwierig, echte Kausalität beim Pferd nachzuweisen, selbst wenn eine Wirkung tatsächlich vorhanden ist.
Warum Pferdeforschung so kompliziert ist
Viele Menschen unterschätzen, wie schwierig es ist, beim Pferd wissenschaftlich sauber zu arbeiten. Einige typische Probleme:
Geringe Finanzierung: Pferdeforschung ist teuer, und es gibt wenige öffentliche Gelder. Viele Fütterungsstudien sind daher industriebezahlt, was die Fragestellungen beeinflussen kann.
Kleine Stichproben: Während Humanstudien oft >1000 Teilnehmer haben, arbeiten Pferdestudien oft mit 5-30 Pferden. Eine Studie mit 50 Pferden gilt schon als „groß“.
Vorfütterung unbekannt: Vor einer Studie ist oft nicht genau dokumentiert, wie die Pferde zuvor gefüttert wurden. Diese Vorgeschichte beeinflusst den Stoffwechsel und die Verdauung enorm. Wenn ein Pferd vor der Studie z. B. schlecht gefüttert wurde, kann allein das Weglassen des alten Futters bereits sichtbare Verbesserungen auslösen, unabhängig von dem getesteten neuen Futtermittel. Solche Effekte verzerren Studienergebnisse und erschweren klare Rückschlüsse.
Unterschiedliche Haltungs- und Basisbedingungen: Pferde werden im Alltag extrem unterschiedlich gehalten: verschiedene Ställe, Herden, Weiden, Klimabedingungen, Bewegungsangebote und Stresslevel. In einigen Studien steht oft nur neben dem getesteten Futtermittel „Heu“ oder „Kraftfutterration“. Das macht Ergebnisse kaum vergleichbar.
Hinzu kommt, dass es schwer ist, homogene Gruppen zu finden (gleiche Rasse, ähnliches Alter, ähnliches Gewicht, gleiche Haltung). Deshalb basieren viele Studien auf Pferden aus Kliniken, Lehrställen oder Forschungsinstituten. Diese Pferde werden jedoch häufig mehrfach für verschiedene Projekte genutzt. Ihre Vorgeschichte:frühere Experimente, Transport, Narkosen oder veränderte Fütterung, beeinflusst den Körper schon vor der neuen Untersuchung und kann Ergebnisse verfälschen.
Individuelle Unterschiede: Rasse, Temperament, Vorerkrankungen, Stoffwechselvarianten, Darmflora, Trainingszustand, Pferde sind keine homogene Tiergruppe. Diese individuellen Faktoren können die Reaktion auf Futtermittel, Stress, Medikamente oder Trainingsreize stark verändern.
Viele Einflussfaktoren: Stress, Jahreszeit, Fütterungszeiten, Haltung, Bewegung, Darmgesundheit – alles spielt mit hinein. Viele dieser Variablen lassen sich in Studien nicht vollständig kontrollieren, was es extrem schwer macht, eindeutige Effekte klar einem Auslöser zuzuordnen.
Besitzer- und Placebo-Effekt, denn auch der Mensch beeinflusst Studien: Erwartungen des Besitzers, verändertes Management, mehr Zuwendung oder optimistischere Beobachtung können „scheinbare Verbesserungen“ erzeugen, die nicht vom getesteten Stoff stammen. Ohne verblindete Designs entstehen starke Verzerrungen.
Fehlende Langzeitstudien: Viele Pferdestudien laufen nur wenige Tage oder Wochen. Langzeitwirkungen, kumulative Effekte, mögliche Nebenwirkungen oder Veränderungen über Monate werden selten untersucht. Dadurch bleibt unklar, wie nachhaltig ein Futter, Kraut oder Wirkstoff tatsächlich wirkt.
Regulatorische Grenzen der Futtermittelforschung: Futtermittel dürfen rechtlich keine therapeutische Wirkung besitzen oder bewerben. Wenn ein Hersteller eine Wirkung untersucht oder nachweist, wird das Produkt zum Arzneimittel – mit umfangreicher Zulassungspflicht. Deshalb finanzieren Futtermittelhersteller in der Regel keine Wirksamkeitsstudien, selbst wenn ein Stoff interessant wäre.
Plausibilität vs. Forschungsinteresse: Manche Effekte werden nicht untersucht, weil sie aus biochemischer oder anatomischer Sicht unrealistisch wären. Wenn ein Stoff nicht resorbiert wird, im Darm zerstört wird oder der Mechanismus beim Pferd fehlt, wird dazu keine Studie geplant, weil sie wissenschaftlich keinen Sinn ergäbe.
Aber: Das gilt nur für wenige Fälle. Bei den meisten Pflanzen fehlt Forschung nicht, weil die Wirkung unmöglich wäre, sondern weil Geld, Priorität und Studiendesigns fehlen.
Sind Studien an anderen Tierarten oder am Menschen übertragbar?
Ja – manchmal. Aber nicht uneingeschränkt.
Pferde sind keine großen Hunde, keine schlanken Rinder und schon gar keine kleinen Menschen. Physiologie, Verdauung, Stoffwechsel & Mikrobiom unterscheiden sich teils massiv.
ABER: Studien an anderen Tieren können Hinweise geben:– Wie ein Wirkstoff grundsätzlich im Körper wirkt– Welche Mechanismen möglich sind– Welche Dosierungen toxisch oder sicher sind. Sie ersetzen keine direkt am Pferd durchgeführte Studie, können aber wichtige Puzzleteile liefern.
Und da wird es schnell kompliziert: Pferde gehören zu den Nichtwiederkäuern mit komplexem Dickdarm, während viele Forschungsmodelle völlig anders funktionieren.
Pferd vs. Ratte
Ratten werden häufig als Labortiere genutzt, sind dem Pferd physiologisch aber nur begrenzt ähnlich.
Unterschiede: einfacher Magen vs. zweigeteilter Pferdemagen (drüsenlos + drüsig) kleiner Blinddarm vs. großer Blind- und Dickdarm als Fermentationsort deutlich geringere Fähigkeit zur Faserverdauung extrem hohe Stoffwechselgeschwindigkeit andere Enzymausstattung und Stoffwechselwege
Übertragbar: grundlegende zelluläre Mechanismen toxikologische Basisdaten (giftig oder nicht) allgemeine immunologische Reaktionen
Nicht übertragbar: Verdauung, Mikrobiom, Energie- und Faserverwertung pferdetypische Dickdarmprozesse Dosierungen (wegen stark abweichender Stoffwechselrate)
Pferd vs. Kaninchen
Kaninchen und Pferde sind beide Nichtwiederkäuer mit Dickdarmfermentation – daher bestehen einige Parallelen.
Gemeinsamkeiten: beide sind Dickdarmverdauer großer Blinddarm zur mikrobiellen Faserverdauung starke Abhängigkeit von stabilen Darmbakterien empfindlich gegenüber schnellen Futterwechseln
Unterschiede: Kaninchen betreiben Caecotrophie (Blinddarmkotaufnahme), Pferde nicht deutlich kürzere Passagezeit im Kaninchen immer gefüllter Magen vs. variabler Füllstand beim Pferd andere Dosierungslogik durch Körpergröße und Stoffwechsel
Übertragbar: grundlegende Reaktionen des Mikrobioms allgemeine Fermentationsmechanismen
Nicht übertragbar: Dosierungen und Stoffwechselgeschwindigkeit Leistungseinflüsse oder Stressreaktionen pferdespezifische Stoffwechselwege
Pferd vs. Rind
Rinder sind Wiederkäuer mit völlig anderer Verdauungsstrategie.
Unterschiede: Pansenfermentation vs. Dickdarmfermentation beim Pferd Stärkeverdauung im Dünndarm (Pferd) vs. fast ausschließlich im Pansen (Rind) deutlich höhere Methanproduktion beim Rind stark unterschiedliche Mikrobiom-Zusammensetzung
Daher gilt: für Fütterung kaum übertragbar nutzbar nur für sehr grundlegende mikrobiologische Fragen
Pferd vs. Schaf
Schafe sind ebenfalls Wiederkäuer und ähneln in ihrer Verdauung stark dem Rind.
Unterschiede: vollständige Stärkefermentation im Pansen langsamerer, stärker spezialisierter Verdauungsablauf anderer Energiestoffwechsel (z. B. hoher Propionatanteil)
Übertragbar: Basisprinzipien der Fermentation mikrobiologische Zusammenhänge „auf hoher Ebene“
Nicht übertragbar: konkrete Fütterungseffekte Dosierungen von Nähr- und Wirkstoffen Verdaulichkeit pflanzlicher Inhaltsstoffe
Pferd vs. Mensch
Der Mensch ist ein monogastrischer Allesfresser mit völlig anderem Verdauungsprofil.
Unterschiede: sehr kleiner Blinddarm, kaum Fermentation komplett andere Mikrobiomzusammensetzung andere Enzymprofile und Verdauungswege hohe Stärke- und Zuckerverdauungskapazität vollkommen andere Nährstoffbedürfnisse
Übertragbar: zellbiologische Mechanismen hormonelle Reaktionen pharmakologische Grundlagen (z. B. Wirkmechanismen an Zellen)
Nicht übertragbar: Fütterung und Rationszusammenstellung Verdauungsabläufe Effekte auf Fasern, Stärke und Energie praxisnahe Dosierungen
Wie gut lassen sich Kräuterwirkungen zwischen Arten übertragen?
Wenn es um Kräuter geht, also entzündungshemmende, beruhigende, antioxidative, schleimlösende, antibakterielle oder immunmodulierende Effekte, gilt grundsätzlich:
Der Wirkstoff selbst hat oft einen ähnlichen „Grundmechanismus“ über viele Arten hinwegABER Stärke, Art, Sicherheit und praktische Wirkung können zwischen Arten unterschiedlich sein.
Welche Effekte sind grundsätzlich übertragbar?
Bestimmte Effekte eines Pflanzenstoffes sind zellbiologisch ähnlich, z. B.: antioxidative, antibakterielle Wirkung (z. B. ätherische Öle, Polyphenole), entzündungshemmende Signalwege (COX-Hemmung, NF-κB-Hemmung usw.), krampflösende oder beruhigende Effekte bestimmter Alkaloide, Schleimlösung durch Saponine, immunmodulierende Einflüsse bestimmter Polysaccharide.
Diese Wirkprinzipien kann man oft gut zwischen Mensch, Ratte, Hund und Pferd vergleichen, weil sie auf Zellebene in allen Säugetieren ähnlich ablaufen.
ABER: Nur weil der Wirkmechanismus ähnlich ist, heißt das NICHT, dass die Wirkung in der Praxis genau gleich ist.
Welche Effekte sind grundsätzlich nicht übertragbar?
Auswirkungen auf das Mikrobiom, Effekte auf Faserverdauung, alles, was mit Verdauungsenzymen und Leberstoffwechsel zusammenhängt, Pflanzenstoffe, die über Darmresorption wirken müssen, Pflanzenstoffe, die durch Fermentation verändert werden
Warum die praktische Wirkung beim Pferd anders sein kann:
Der Pferdekörper unterscheidet sich durch: eine völlig andere Verdauungsphysiologie, sehr hohe Abhängigkeit vom Dickdarm-Mikrobiom, stark empfindliche Fermentation, andere Leberenzyme und Abbauwege, andere Bioverfügbarkeit vieler Pflanzenstoffe, eine andere Magen-Darm-Passagezeit, andere Aufnahmewege (z. B. Resorption im Dünndarm vs. Dickdarm), …
Das bedeutet: Ein Pflanzenstoff kann zellbiologisch wirken, aber im Pferd gar nicht oder anders ankommen. Er wirkt — aber viel schwächer, stärker, kürzer oder länger als beim Menschen. Der Stoff wird vom Pferdedarm bereits von Bakterien umgebaut, bevor er überhaupt aktiv werden kann.
In-vitro-Studien – wertvoll, aber begrenzt
Viele Untersuchungen passieren nicht am lebenden Pferd, sondern: im Reagenzglas, an Zellkulturen, mit Blutproben oder Kotproben (z. B. für Mikrobiom-Analysen), in mathematischen Modellen, …
Diese Studien umgehen ethische und tierschutzrelevante Probleme, aber sie zeigen eben nur, was in einem isolierten Umfeld passiert, nicht im komplexen Pferdekörper.
Solche Studien umgehen tierschutzrelevante und ethische Probleme, denn am Pferd selbst kann man vieles nicht einfach „testen“. Pferde sind groß, empfindsam, sozial und hochgradig individuelle Lebewesen und es wäre oft weder vertretbar noch praktikabel, bestimmte Eingriffe oder Experimente an ihnen durchzuführen.
Genau deshalb gelten für Pferdestudien deutlich strengere Auflagen als für klassische Labortiermodelle wie Ratten oder Mäuse:Man kann Pferde nicht wochenlang in standardisierten Boxen unter identischen Bedingungen haltenMan darf ihnen keine belastenden Interventionen zumuten, nur um Daten zu erzeugenViele Versuche wären ethisch schlicht nicht vertretbar (z. B. künstlich Stress induzieren, entzündliche Prozesse provozieren, Mangelzustände herbeiführen usw.).Dazu kommen enorme Kosten, Platzbedarf und die Schwierigkeit der Rekrutierung geeigneter Tiere.
Deshalb greifen Forscher häufig auf in-vitro-Modelle zurück, um erste Hypothesen zu prüfen. Diese Methoden sind wichtig und liefern wertvolle Hinweise, aber sie zeigen eben nur, was in einem isolierten System passiert, nicht im komplexen Pferdekörper mit seinem Zusammenspiel aus Verdauung, Hormonen, Verhalten, Mikrobiom und Umweltfaktoren.
„Es gibt keine Studie“ heißt NICHT „es gibt keine Wirkung“
Das ist einer der häufigsten Denkfehler.
Wenn es heißt: „Die Wirkung von Ginseng beim Pferd ist nicht belegt.“ bedeutet das meist nur: Die Wirkung wurde bisher nicht erforscht.
Zwischen „Es gibt keinen Beweis für eine Wirkung“ und „Es gibt einen Beweis, dass es keine Wirkung gibt“ liegt ein großer Unterschied.
Viele Pflanzen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen es sehr wohl Forschung gibt, teilweise auch beim Pferd. Nur die Kombination in der kompletten Pflanze wurde vielleicht noch nie untersucht.
Das bedeutet: Wirkmechanismen sind oft plausibel, aber eben nicht wissenschaftlich bestätigt.
Warum Forschung unterschiedlich interpretiert werden kann
Selbst wenn alle dieselbe Studie lesen, heißt das noch lange nicht, dass alle zu derselben Schlussfolgerung kommen. Studien liefern selten eindeutige Schwarz-weiß-Antworten, sondern Daten, die interpretiert werden müssen und da beginnt der Spielraum und das nächste Problem.
Manche achten stärker auf die Statistik, andere mehr auf den praktischen Nutzen, wieder andere auf methodische Schwächen. Und schon entsteht ein komplett anderer Eindruck von derselben Arbeit.
Ein gutes Beispiel ist diese fiktive, aber realistisch konstruierte Studie:
Gruppe A: 2 h Weidegang täglich (kleine Gruppe, gleiche Pferde, gleiche Bedingungen)
Gruppe B: kein Weidegang, aber gleich viel Bewegung im Sandpaddock
Es wurden folgende Parameter gemessen: Herzfrequenzvariabilität, Cortisol, Anzahl stressassoziierter Verhaltensweisen, Anzahl sozialer Interaktionen
Die (fiktiven) Ergebnisse sahen so aus:
Herzfrequenzvariabilität: leicht verbessert in Gruppe A
Cortisol: leicht erhöht in Gruppe A
Verhalten: weniger Stereotypien in Gruppe A, aber mehr Alarmbereitschaft (Ohren vorne, mehr Umgebungsscannen)
Soziale Interaktionen: deutlich höher in Gruppe A
Klingt kompliziert und genau deshalb kann man diese Ergebnisse gegensätzlich interpretieren:
Interpretation A: „Weidegang reduziert Stress“Bessere Herzfrequenzvariabilität = Zeichen für EntspannungWeniger Stereotypien = weniger StressverhaltenMehr soziale Kontakte = psychisch stabilisierendLeicht höheres Cortisol = positiver „Eustress“ durch Bewegung & neue Reize
Fazit: Weidegang sorgt für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit
Interpretation B: „Weidegang erhöht Stress“Höheres Cortisol = Zeichen für Belastung durch Reize, Herde & UmgebungMehr Wachsamkeit = Unsicherheit & Hab-Acht-HaltungBessere Herzfrequenzvariabilität = körperlicher Ausgleichsmechanismus, kein Zeichen mentaler EntspannungWeniger Stereotypien = Ablenkung, nicht weniger Stress
Fazit: „Weidegang steigert das Stressniveau – die Pferde wirken ruhiger, weil sie beschäftigt sind, nicht weil sie entspannter sind.“
Forschung liefert keine fertigen Wahrheiten, sondern Daten, die eingeordnet werden müssen
Unterschiedliche Gewichtungen führen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen, selbst bei derselben Studie
Deshalb ist es wichtig, Studien immer im Kontext der gesamten Evidenzlage zu sehen, nicht isoliert
Und beide Sichtweisen sind nicht „falsch“, sondern unterschiedlich gewichtet
Was kannst du dir jetzt mitnehmen?
„Keine Studie“ heißt nicht „keine Wirkung“. Oft wurde etwas schlicht noch nicht am Pferd untersucht – das sagt mehr über unseren Forschungsstand als über die Pflanze selbst.
Studien an Ratten, Schafen, Rindern oder Menschen sind nur Puzzleteile. Sie können Hinweise liefern (z.B. zu Wirkmechanismen oder Sicherheit), aber sie ersetzen keine sauber gemachte Pferdestudie.
Pferdeforschung ist kompliziert. Kleine Fallzahlen, unterschiedliche Haltungsformen, Vorfütterung, Vorerkrankungen und individuelle Unterschiede machen es extrem schwer, eindeutige Kausalität zu beweisen – selbst wenn eine Wirkung da ist.
Skepsis in beide Richtungen. Sowohl „Das wirkt auf jeden Fall, steht doch in einer Studie!“ als auch „Es gibt keinen einzigen Beleg, also wirkt das nicht!“ greifen viel zu kurz.
Am Ende geht es darum, Forschung einzuordnen, statt sie als „alles oder nichts“ zu sehen: Pflanzen, Wirkstoffe und Futtermittel können interessant und sinnvoll sein, aber wie stark die Evidenz ist, hängt von Tierart, Studiendesign und Qualität der Daten ab.
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