Luzerne & Esparsette
- 5. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Nov. 2025
Heute schauen wir uns mal das erste Futter an. Luzerne und Esparsette sind zwei beliebte Futtermittel, die oft zur Ergänzung der Ration bei Pferden verwendet werden.
🌾Luzerne
Luzerne ist bekannt für ihren hohen Eiweißgehalt (200–240 g/kg Rohprotein) und ein gutes Aminosäuremuster. Sie ist gut verdaulich (Radovi et al, 2009) und reich an Calcium, Kalium, Eisen und Magnesium. Weitere Vorteile sind potenzielle therapeutische Anwendungen wie die Korrektur von Elektrolytstörungen und die Förderung der Hufgesundheit (D. Cuddeford et al. 1994).
Dennoch sollte man bei der Fütterung von Luzerne aufgrund der Photosensitivität vorsichtig sein: Es gibt Hinweise darauf, dass Luzerne die Lichtempfindlichkeit bei Pferden erhöhen kann, was besonders im Sommer zu Sonnenbrand führen kann (Puschner et al., 2016 oder House et al. 1996 an Rindern, Lohrey et al. 1974 an Ratten, Ferrer et al. 2007 an Schafen untersucht) . Die Photosensibilisierung scheint mit spezifischen Verbindungen wie Pheophorbid-a zusammenzuhängen, obwohl der genaue Mechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Der Effekt wird konsistent bei verschiedenen Tierarten beobachtet, was auf eine ausgeprägte Photosensibilisierung der Luzerne hindeutet.
🌾Esparsette
Esparsette ist eine Alternative zur Luzerne und im Gegensatz zur Luzerne erhöht Esparsette nicht die Lichtempfindlichkeit. Esparsette liefert ebenfalls hochwertiges Eiweiß mit einem guten Aminosäuremuster, das für Pferde besonders gut geeignet ist.
Gesundheitsfördernde Wirkung:
Esparsette förderte eine normale Verdauung und kann Blähungen vorbeugen (Carbonero et al. 2011). Zudem kann sie wurmabtreibend wirken (Grimm et al. 20222, Collas et al. 2017, Malsa et al. 2022 oder auch Desures et al. 2016 an Rindern, Heckendorn et al. 2007 und Thamsborg et al. 2003 an Schafen untersucht), was an dem hohen Polyphenolgehalt (Tanninen) liegen kann, der die Entwicklung der Parasiteneier und die Larvenbeweglichkeit beeinträchtigen könnte (Laroche et al. 2022). Laroche et al. 2025 merken an, dass die Ergebnisse kontextabhängig sein können und weitere Forschung erforderlich ist, um die Wirkmechanismen und konsistenten Effekte der Esparsette bei Pferden vollständig zu verstehen.
🪣Fütterungstipps:
Verarbeitung:
Beide Pflanzen werden oft pelletiert angeboten, wobei die Pellets den wichtigen Blatt- und Blütenanteil enthalten, der die meisten Proteine liefert. Hier sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Pellets unter 4 cm groß sind, um Kiefergelenksblockaden vorzubeugen.
Als Häcksel sollten die Pflanzen jedoch nicht gefüttert werden, da die Faserlänge nicht richtig gekaut werden kann und im Dickdarm Dysbiosen verursachen kann. Besonders bei Magengeschwüren sollten keine Häcksel gefüttert werden, da diese die Geschwüre nur weiter reizen können.
Menge:
Bei ausgewachsenen (600 kg) Pferden sollte die Menge von Pellets auf maximal 2-3 kg pro Tag begrenzt werden. Außerdem sollte man mit den Pflanzen kein Heu ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
Zubereitung:
Pellets sollten immer eingeweicht werden, um Schlundverstopfungen vorzubeugen.
Luzerne und Esparsette können wertvolle Ergänzungen im Futterplan deines Pferdes sein, aber wie bei allem gilt: Weniger ist manchmal mehr. Achte darauf, die Ration deines Pferdes sorgfältig zu planen und gegebenenfalls mit einem Futterberater abzustimmen.
Jetzt interessiert mich natürlich deine Meinung: Fütterst du deinem Pferd Luzerne oder Esparsette? Lass es mich wissen – ich bin gespannt auf deinen Kommentar! 💬
📝 Disclaimer: Bei den beschriebenen Stoffen/Mitteln handelt es sich ausschließlich um Futtermittel (Einzel- oder Ergänzungsfuttermittel) zur Unterstützung einer bedarfsgerechten Ernährung gesunder Tiere. Es werden keine Heilwirkungen zugesagt oder impliziert. Bei Verdacht auf eine Erkrankung oder Schmerzen suche bitte umgehend einen Tierarzt auf.
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