Kauen als Magenschutz
- vor 18 Stunden
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Das Kauen ist für Pferde weit mehr als nur die Zerkleinerung von Nahrung - es ist der zentrale Motor für den natürlichen Magenschutz. Als ursprüngliche Steppentiere sind Pferde darauf angewiesen, fast ununterbrochen kleine Mengen strukturreichen Futters aufzunehmen.
Der entscheidende Unterschied zwischen Pferden und vielen anderen Säugetieren liegt in der Produktion des Speichels und der Magensäure. Während der Mensch bereits beim bloßen Anblick oder Geruch von Essen Speichel bildet, produziert das Pferd diesen ausschließlich während der mechanischen Kaubewegung.
Pferdespeichel ist reich an Bikarbonat-Ionen. Diese wirken als hocheffektiver Puffer, der die Magensäure neutralisiert und den pH-Wert im Magen stabilisiert.
Die Bedeutung des Speichels wird besonders deutlich, wenn man die Arbeitsweise des Pferdemagens betrachtet: Er produziert kontinuierlich Salzsäure und zwar völlig unabhängig davon, ob das Pferd frisst oder nicht.
Steht das Pferd vor einem leeren Trog und kaut nicht, fehlt der alkalische Speichel als Gegenspieler. Der pH-Wert kann dann massiv absinken, was die Magenwände schädigen kann.
Dazu kommt, dass der Pferdemagen zweigeteilt ist: Der untere Teil (drüsenhaltig) besitzt eigene Schutzmechanismen gegen Säure, doch der obere Teil (drüsenlos) besteht aus einem empfindlichen Plattenepithel ohne eigenen Schutzfilm.
Dieser Bereich ist auf das Management des Mageninhalts angewiesen durch ausreichend Raufutter und Speichel.
Lange Fresspausen gelten als kritisch, da in dieser Zeit keine Pufferung durch Speichel stattfindet. Die Folge sind häufig Magengeschwüre, da die Säure ungehindert die Magenwand schädigen kann.
👉🏻Ein Pferd, das kaut, schützt sich also aktiv selbst.
Achtest du bei deinem Pferde eher auf die Gesamtmenge des Futters oder auf die Länge der Fresspausen? ⬇️💬




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